Donnerstag, 1. Februar 2018

Selbstständigkeit mit Startschwierigkeiten

Hallo ihr Lieben.

Heute sollte es endlich so weit sein: der Start meines eigenen Gewerbes.
Also habe ich mich auf den Weg zum Stadtamt gemacht.
Gewerbe anmelden kann ja so schwierig nicht sein. Ganz einfach sollte es gehen:
Anmelden, bezahlen, Schein bekommen, arbeiten.


Wie wir alle wissen:

1. Es kommt anders
und
2. als man denkt...

Ich saß bei der guten Frau am Schreibtisch und sagte -völlig selbstsicher- dass ich Dreads mache und jetzt gern ein Gewerbe anmelden möchte.
Da ruft es schon vom anderen Schreibtisch:
"Das ist Handwerkskartenpflichtig."

Ja, war klar. Ich habe mit Schwierigkeiten gerechnet.

Ich wies also die Dame darauf hin, dass es sich hier keineswegs um eine Friseurtätigkeit handelt, sondern eine künstlerische Tätigkeit ist, die auch nicht im entferntesten mit dem Handwerk der Friseure zu tun hat und auch nicht aus einem solchen entstanden ist.
Daraufhin griff die Sachbearbeiterin zu einer Mappe und blätterte.
Fachmännisch stellte sie fest, dass es sich bei Dreadlocks um eine Flechtfrisur handelt und somit eine Friseurdienstleistung ist.



Nur, dass ihr es wisst...ab sofort zählt meine "Frisur" zu den Flechtfrisuren und wenn ihr so was wollt, müsst ihr in den nächsten Friseursalon gehen, weil Friseure nämlich neuerdings Dreads erstellen xD
Ich habe die werte Dame gefragt, ob sie mich gerade veralbert und meint, dass meine Frisur irgendwie geflochten aussieht...
Fand sie auch nicht, aber nen Schein bekomme ich ohne Meister und Kammerbeitrag nicht.

Ich habe ziemlich genervt den Laden verlassen und mich in den Bus gesetzt.
Nächster Halt: Finanzamt.
Dort habe ich der Dame am Empfang gesagt, was ich gern hätte und nur 2 Minuten später hatte ich die Anmeldung für ein Kleinunternehmen in der Hand.
War überhaupt kein Problem.
Jetzt bin ich offiziell Kleinunternehmer.
Klar, Kleingewerbe wäre schöner gewesen, weil ich jetzt Buchhaltung machen muss, ich muss Einkommenssteuer zahlen und ich muss korrekte Rechnungen ausstellen.
Alles ein bisschen aufwändiger, als ich es eigentlich wollte, aber sei es drum. Dann lege ich jetzt von jedem Kunden einen gewissen Prozentsatz beiseite und hab dann am Jahresende das Geld, was das Finanzamt von mir haben will.
Dafür bin ich aber -Dank Kleinunternehmerregelung- Umsatzsteuerfrei.
Und ich kann vieles absetzen, was ich sonst selbst hätte tragen müssen.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich das jetzt über die nächsten Monate entwickelt.

Bis dann

eure Jessy

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