Freitag, 25. August 2017

Gedankensalat

Hallo ihr Lieben,

Ich muss grad mal ein paar Gedanken ordnen. Zum Einen steht im Januar die Gesellenprüfung an. Ich hab inzwischen eine Vorstellung davon, wie die Frisur aussehen soll und auch die Farbe...jetzt fehlt mir noch ein passendes Modell.
Die Anfragen sind zahlreich, aber irgendwie war noch nicht das richtige dabei. Entweder stimmt die Ausgangsfarbe nicht oder die Länge oder aber das Modell hat nicht das "richtige" Gesicht zum Schminken.
Die Einschränkungen sind etwas nervig. Kein schwarz, kein dunkelbraun, Globalfarbe, man muss nicht zwingend ein farbiges Element setzen, aber die Punktevergabe zwingt einen dann doch dazu. Lange Haare gehen nicht, weil langweilig und nicht genug Punkte und bis Ende Oktober muss die Prüfungsmappe stehen...

Zeitgleich mache ich mir immer noch Gedanken über "Waldorf - ja oder nein?".
Ich bin inzwischen so weit, dass ich viele Dinge wirklich gut finde. Feste Klassen, kein trennen der Kinder nach der Grundschule, viele Praktika, viele, wirklich gute Fächer, viel Praxisnahes und eigentlich ein tolles Konzept.
Dem gegenüber steht: Wie sind die Chancen am Arbeitsmarkt später, wenn auf dem Zeugnis steht "Freie Waldorfschule"? Wie gut ist der Bildungsstand dort wirklich? Kann ich mich mit einer anthroposophischen Lebenshaltung anfreunden und möchte ich, dass mein Kind damit aufwächst?
Ich bin auch immer noch nicht sicher, wie ich zu Eurythmie stehe...
Viele Dinge, die dort laufen, stehen im deutlichen Widerspruch zu meiner doch oft recht "wissenschaftlichen" Herangehensweise. Religion, Glaube, Engelchen, fließende Energien und Astralleib sind für mich einfach irgendwie Schwurbel.
Mein Freund fing gestern an, mir zu erzählen, dass sie sich in der Kita bei der Besprechung Gedanken darüber gemacht hätten, ob man Eltern eigentlich besser anthroposophische Ärzte empfehle sollte, weil es ja eigentlich besser ins Konzept passt...da rollen sich mir ja gleich wieder die Zehennägel ein. Ich persönlich würde eine solche Praxis gar nicht erst betreten, weil mir das zu unseriös ist.
Auch die Impfdiskussion gab es wohl schon. Ob Kinderkrankheiten nicht wichtig wären für die Entwicklung.
Will ich, dass mein Kind mit diesem Schwachsinn aufwächst?
Sie wird sich nicht mal selbst ihren Schulranzen aussuchen dürfen, weil alles, was ihr gefällt für die Schule unpassend wäre.
Auch Kleidung unterliegt dort Regeln. Keine Marken, keine bedruckten Sachen (Hello Kitty, Mia, Monster High und Co...alles unerwünscht).
Samstag schauen wir uns eine Schule zum Tag der offenen Tür an. Ich muss bunte Sachen tragen...
Schwarz ist die Farbe des Todes, so darf ich da nicht rumlaufen.
Damit kann ich mich schon nicht anfreunden. Nicht mal ich darf da mein Kind abholen und hinbringen, wie es mir beliebt. Und als angehende Friseurin ist schwarz in den meisten Salons gefordert (ist halt am besten gegen Flecken). Und überhaupt...ich will mich nicht anpassen :D

Zusätzlich hat mich gestern eine Freundin angeschrieben. Die letzten Tage war Funkstille. Sie war bei mir und es hat...wie soll ich sagen? ...es hat nicht gepasst.
Wir...passen irgendwie nicht mehr. Mein Leben hat sich verändert. Ich habe feste Tagesstrukturen, einen festen Ablauf (mit Kind gewöhnt man sich das irgendwann ja zwangsläufig an) und sie ist einfach...ja, ich weiß auch nicht.
Ich erzähl es jetzt einfach mal, so neutral, wie ich kann.
Sie war eingeladen zu der Einschulung von ihrem Patenkind und wohnt weiter weg.
Ich habe ihr vorgeschlagen, sie könne ja als Modell zu mir in den Salon kommen, dann mache ich ihr die Haare (kostet bei uns ja nichts) und wir haben uns dann getroffen.
Im ersten Moment hab ich sie kaum wieder erkannt. Sie hat sich...ziemlich verändert.
Als wir dann dabei waren, ihre Haare zu färben und zu schneiden, meinte sie, ob sie nicht bei mir übernachten könne, bei ihrer Freundin ginge das mit Hund und deren Kindern einfach nicht.
Ich natürlich ja gesagt (sie ist meine Freundin, und Freunden hilft man, ohne wenn und aber...ich Schaf) und das Unheil nahm seinen Lauf.
Sie meinte dann, sie würde dann zu ihrer Freundin fahren und ihren Hund holen und dann zu mir kommen.
Als sie um halb fünf noch immer nicht wieder da war, hab ich mal gefragt, wann sie denn nun bei mir erscheinen möchte.
...jaa, sie würde gern noch zu ihrem Vater fahren, der würde sie um 18h erwarten.
Wohlgemerkt: wir sprechen hier von mitten in der Woche.
Ich habe das mit meinem Freund besprochen, der dann auch nur meinte, dass wir kein Hotel sind und hier um 20h Schicht ist, sonst muss sie woanders pennen, immerhin müssen wir alle früh aufstehen und haben nun mal nicht frei.
Ich also versucht, meine Freundin anzurufen. Für ungefähr eine Stunde hat sie alle meine Anrufe und Nachrichten stumpf ignoriert (zumindest hat sie nicht geantwortet und auch das Telefon nicht angenommen).
Um kurz nach sechs hab ich ihr dann geschrieben, dass wir hier feste Zeiten haben und sie sich bitte daran halten möge und dass hier um acht Uhr abends Ende ist, weil das Kind auch noch zur Ruhe kommen muss, weil sie sonst bis nachts um zwölf hier rumspringt und der Wecker um 5.30h klingelt.
Wenn sie also länger weg bleiben möchte, soll sie bitte bei ihrer anderen Freundin oder ihrem Vater schlafen.
Sie war dann einigermaßen pünktlich hier, aber mit entsprechend mieser Laune.
Es tat mir ja schon irgendwo leid, aber wenn man zu Gast ist, könnte man auch einfach ein Minimum an Benehmen an den Tag legen, wenn man schon spontan hier unterkommen durfte.
Den Freitag hab ich sie dann noch mitgenommen ins Einkaufszentrum, weil ich dachte, wir könnten zusammen mit meiner anderen Freundin ein bisschen Spaß haben.
Auch das war wohl keine wirklich gute Idee.
Samstag ist sie dann wieder gefahren.
Weil es mich aber doch sehr beschäftigt hat, wie sie sich hier benommen hat und wie wenig Lebensfreude sie ausgestrahlt hatte, hab ich ihr dann eine Nachricht geschickt, dass ich mir irgendwie schon Gedanken mache, weil sie zum Einen so gar nicht fit ist (körperlich gesehen...lange Spaziergänge waren da nicht drin...) und sich zum Anderen irgendwie...vorsichtig ausgedrückt... gehen lässt.
Daraufhin bekam ich eine ganze Latte an Vorwürfen zurück. Ich habe sie erpresst (pünktlich hier oder woanders schlafen) und hätte sie mit ins Einkaufszentrum geschleift, obwohl sie ja sooo müde war und hätte sie doof behandelt...
Dabei war ich wirklich, wirklich nett.
Jetzt würde sie gern darüber reden. Aber ich muss sagen: Ich bin gar nicht sicher, ob es da noch was zu reden gibt. Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe (und ich habe nicht mal alles gesagt, was ich gedacht habe) und irgendwie...
Wir waren beide noch recht jung, als wir uns kennen gelernt haben. Ich hab noch zu Hause gewohnt, bin zur Schule gegangen,...
Ich würde ihr das alles gern sagen, will sie aber auch nicht verletzten.
Hach...ist das schwierig.

Ansonsten geht es mir aber ganz gut. Morgen gehe ich wieder laufen und hoffe, dass ich morgen fitter bin als beim letzten Mal.
Aber das kann ich ja morgen dann erzählen.

Bis dann

Eure Jessy

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