Freitag, 3. Februar 2017

Eine weitere Woche - zwei weitere Kapitel^^

Halli Hallo meine Lieben.

Eigentlich wollte ich die Review zu meinem aktuell ausgelesenen Buch schreiben, aber ich hatte gerade mehr Lust, an einem weiteren Kapitel zu schreiben, denn meine Lieben Mitschüler sorgen immer fleißig für Nachschub^^
Daher werden es heute gleich zwei davon.

Kapillarität …

Dienstagmorgen, Besprechung der Fragen zur Wiederholung des Stoffes. Wie immer ging es eher schleppend voran, nicht, weil die Fragen zu schwer gewesen wären, nein, es mangelte schlicht an der nötigen Bereitschaft, hin und wieder auch zu Hause mal seine Unterlagen durchzuschauen und vielleicht auch mal den ein oder anderen Fachbegriff zu lernen.
Der Job als Friseur setzt - anders als die meisten glauben - einiges an fachlichen Kenntnissen voraus. Hierzu gehören nicht nur, in welchem Winkel man Haare richtig schneidet oder wie man einen Wickler richtig eindreht, sondern auch, wie Farbe und Dauerwellflüssigkeit funktioniert, wie diese im Haar wirken und warum.
Kapillarität z.B. begegnet uns immer wieder. Dies ist die Fähigkeit von Flüssigkeiten, in engen Zwischenräumen aufzusteigen und sich zu verteilen, also wenn wir Haare aufwickeln und Dauerwellflüssigkeit auftragen, verteilt diese sich gleichmäßig im Haar, ohne, dass man die Spitzen einzeln benetzen müsste.
Ich nehme an, jeder, der das gelesen hat, hat es jetzt verstanden und kann den Begriff nun erklären.
Nicht so in meinem Kurs.
Meine „liebste“ Mitschülerin, Nuran, hörte nicht zu und hatte daher die entsprechende Antwort verpasst (macht ja nichts, jeder hört mal nicht zu).
Also kleine Erklärung meinerseits für Nuran: „Kapillarität ist die Eigenschaft von Flüssigkeiten, in engen Zwischenräumen aufzusteigen und sich zu verteilen.“
Da sie nun die Erklärung noch nicht verstanden hatte, wiederholte ich die Antwort. Doch noch immer beteuerte sie, die Antwort nicht verstanden zu haben. Eine dritte Wiederholung folgte.
Da nun die ersten Mitschüler ungeduldig wurden, erhöhte sich allmählich der Lautstärkepegel im Raum, was Nuran dazu bewegte, nun ihrerseits ungeduldig zu werden und sich lautstark darüber auszulassen, dass es ja nun nicht sein könne, dass alle so laut seien und sie dadurch in der hinteren Sitzreihe nichts verstehen könne.
Wir erinnern uns: noch vor dieser Frage hatte sie selbst mit ihren Sitznachbarn gequatscht und daher die korrekte Antwort verpasst.
Es folgte eine weitere Erklärung, jedoch ohne Erfolg, da Nuran nun ihrerseits wieder nicht mehr zuhörte, sondern sich bei ihren Sitznachbarn darüber beschwerte, dass es unverschämt und respektlos sei, dass alle immer dazwischenreden würden.
Die Diskussion ging noch einige Minuten weiter. Erklärungs- sowie Klärungsversuche scheiterten. Bei der siebten Erklärung reichte es mir dann endgültig.
Ich sagte ihr, sie solle sich doch bitte zu Hause auch mal hinsetzen und lernen, dann müsse sie nicht x-fach Dinge nachfragen und wir könnten endlich mal mit wichtigeren Themen weiter machen, als endlos Begriffe zu erklären, die inzwischen jeder kennen sollte, da sie nicht erst seit gestern bekannt sind.
Leider führte die Ansage nicht zum gewünschten Ergebnis. Weder ging es danach mit dem Unterricht weiter, noch hat es etwas an ihrer Haltung zum Lernen geändert. Wenn man sie fragt, was Kapillarität ist, kennt sie die Antwort noch immer nicht und wird sie wohl auch nie kennen.
Aber mir sichert es vielleicht das nächste Kapitel ;)

Und weil ich gerade so schön dabei bin...

Das Mysterium der Hygroskopizität

Ihr kennt das: Gerade die Haare glatt geföhnt, draußen nieselt es und kaum habt ihr das Haus verlassen, schon kräuseln sich die Haare wieder. Haarspray und Haarschaum sind machtlos.
Dieses Phänomen hat mit der Hygroskopizität der Haare zu tun.
Unsere Haare sind nämlich in der Lage, Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufzunehmen. Dadurch lösen sich teilweise die Wasserstoffbrücken und die Haare kehren in ihre Ursprungsformm zurück, die sie vor dem Glätten hatten. Genauso läuft es auch mit Locken, die nach einer halben Stunde wieder verschwunden sind.
Einfach oder?
Trotzdem mussten wir am Dienstag zum zigtausendsten mal erklären, was Hygroskopizität ist. Das lösen der Brückenbindungen im Haar scheint etwas seeehr kompliziertes zu sein.
Nachdem der fünfte Erklärungsversuch gescheitert war, hat unsere Dozentin darum gebeten, es doch einfach im Buch nachzuschlagen.
Selbstverständlich musste dann auch noch einmal ausführlich geklärt werden, wo genau im Buch das steht, denn wir erinnern uns: nicht jeder kennt ein Inhaltsverzeichnis und das Nutzen eines Stichwortverzeichnisses will gelernt sein, denn im Ausland braucht man so komplizierte Dinge ja nicht.
Während einigen Mitschülern schon vor Lachen die Luft wegblieb, hat unsere Dozentin geduldig erklärt, auf welcher Seite des Buches unser heutiges Mysterium zu finden ist und in welchem Absatz denn nun die ersehnte Erklärung steht.
Nach Scheitern dieses Versuches (ja, nicht jeder kann mit Büchern umgehen, ist aber auch kompliziert, so ein Ding mit so vielen Seiten und lauter Buchstaben drin), musste der gewünschte Begriff nun an der Tafel erklärt werden.
Schließlich war die Formulierung im Buch ja auch viel zu kompliziert (Hier die Passage aus dem Fachbuch: Als Hygroskopizität bezeichnet man die technische Eigenschaft der Haare, Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufzunehmen und zu binden.) und überhaupt ist das ja auch kein gutes Buch, weil da viel zu viele Fremdworte benutzt werden, statt es in einfachen Worten zu erklären, so dass es jeder versteht. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir uns demnächst in Fachsprache ausdrücken würden, wir studieren ja nicht Medizin, sondern werden nur Friseure und wer es genauer wissen will, kann ja studieren gehen (nicht meine Worte).
Nachdem wir nun also rund 20min für Erklärung, Diskussion und Anschreiben der Erklärung verschwendet hatten, mussten wir nun weitere 10min diskutieren, ob man das nicht einfacher ausdrücken kann und ob man das für die Prüfung denn wirklich so genau braucht.
Und wer glaubt, schlimmer könne es nun nicht mehr werden: es gab die Klausuren zurück (und ja, ich darf mich über die Dummheit anderer aufregen, denn unter meiner Klausur stand eine eins – ohne großen Lernaufwand).
Ich hätte nicht erwartet, dass der Tag noch blöder werden könnte, aber Murphy`s Gesetz hat mal wieder gnadenlos zugeschlagen. Die Klausur (bereits vor zwei Wochen besprochen) musste erneut durchgekaut werden, damit auch der letzte Depp endlich alles verstehen sollte.
Und da war sie wieder, meine alte Freundin, die Kapillarität!
Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Zeit dann mit „Seelen“ von Stephenie Meyer verbracht.

Das Buch wird auch das nächste sein, über dass ich hier schreiben werde. Wahrscheinlich morgen oder Sonntag ;)

Bis dann ihr Lieben

Eure Jessy








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen