Sonntag, 5. Oktober 2014

...und dann waren da nur noch Scherben...

So oder so ähnlich lässt sich der Tag zusammen fassen...
...aber vielleicht sollte ich einfach vorne anfangen...
Nachdem meine Kleine ja die Nacht bei Oma und Opa geschlafen hatte, wollten wir sie heute abholen und damit begann die Katastrophe.
Schon auf dem Weg zur Haltestelle fing mein Freund an zu maulen, er will aber nicht so lange bleiben und er will spätestens um 18:30h wieder nach Hause fahren.
Da ich es nur leider so gar nicht leiden kann, wenn man mir vorschreibt, was ich zu tun und zu lassen habe, war ich entsprechend gut gelaunt ...
Wir haben uns (mal wieder) gestritten. Er ist dann irgendwann unterwegs einfach ausgestiegen und wieder nach Hause gefahren. Er meinte, er habe keine Lust, immer mit mir zu diskutieren.
Naja...ich bin dann quasi heulend bei meiner Mutter angekommen.
Sie und ihr Freund haben mich dann abends mit meiner Maus nach Hause gefahren und noch versucht, mit ihm zu reden, haben aber auch nur ne patzige Antwort bekommen. Was natürlich nicht grad zur herzlichen Stimmung beigetragen hat.
Er kann nie zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat. Mir ist schon klar, dass daran zwei beteiligt sind...klar, ich auch...aber er sagte (O-Ton): "Nee, ich habe nicht gestritten. Wäre ja gar nicht dazu gekommen, wenn du mir zugestanden hättest, pünktlich wieder zu fahren."
Also mit anderen Worten: Hättest du getan, was ich will, hätte ich keinen Aufstand gemacht.
Ich will nur nicht immer tun, was er will...ich WILL nicht!
Seit er ne Ausbildung hat, kehrt er dauernd den tollen Macker raus. Er muss ja arbeiten, das müsse ich ja im Moment doch nicht und mein Leben sei ja entspannt.
Er hat letztens sogar gesagt:"Geh du doch erst mal arbeiten."
Ich meine...ich weiß, ich bin mit dem Kind zu Hause und so...aber ist das nichts? Ich mache die Wäsche, den Abwasch, räume auf, putze, kaufe ein, koche, kümmere mich um unser Kind, gehe mit ihr zum Arzt, verbringe die Nächte wach, in denen sie krank ist, halte sie im Arm, wenn sie mal wieder wegen der Zähnchen keine Ruhe findet, erledige den Amtskram,...
Ist das denn nichts?
Und ich habe keinen Feierabend. Ich arbeite 24h, 7 Tage die Woche, Monat für Monat, 365 Tage im Jahr...
Verdient denn das keine Anerkennung? Ihm fällt nicht auf, was ich tue, dass er saubere Kleidung im Schrank hat, Essen im Kühlschrank, dass sein Kind immer alles hat, was sie braucht. Das macht sich doch nicht von allein. Dafür fällt ihm auf, wenn ich nicht gesaugt habe...
Ich erwarte nicht, dass er mir in ewiger Dankbarkeit zu Füßen liegt, aber ich will mich nicht rechtfertigen müssen, wenn was liegen bleibt oder schlicht dafür, dass ich morgens nicht arbeiten gehe...
Im Moment ist es, als würde ich vor einem riesigen Scherbenhaufen stehen und weiß nicht, soll ich es zusammen kleben oder doch lieber aufkehren und wegwerfen?
Als er dann vorhin noch fragte, ob ich auf der Couch oder im Bett schlafen will, ist dann endgültig irgendwas in mir zerbrochen...
Der Schmerz in mir geht nicht mehr weg und die Tränen hören nicht auf zu laufen. Das ist so abge...! Ich will mich nicht wegen so einer sch... streiten. Ich will mir nicht dauernd vorkommen, wie ein minderwertiger Haufen Dreck. Ich will nicht das Bedürfnis haben, mir weh zu tun (nein, hab ich nicht und werde ich nicht...keine Angst...ich bin stark und ich bleibe es...aber alles in mir schreit danach, weil ich den Schmerz in mir kaum ertrage).
Und jetzt sitze ich hier, heule und kann nicht schlafen wegen so einem Schwachsinn! Wegen etwas derart Lächerlichen. Wegen so was streitet man doch nicht...

Tut mir leid, ich weiß, jammern ist sch... aber ich musste das jetzt gerade irgendwo lassen, bevor ich zerspringe...oder platze...oder mich in einem Meer aus Tränen auflöse...

Ich werd mir jetzt noch einen Film anschauen und versuchen, wieder runter zu kommen.

Morgen sieht die Welt vielleicht wieder anders aus...hoffentlich...

Bis dann,

Eure Jessy

Kommentare:

  1. Liebe Jessy,

    es tut mir sehr leid, dass es dir schlecht geht. Du darfst jederzeit "jammern", immerhin ist der Blog ja auch dafür da, dass du deine Meinung offen kundtun kannst. Kann nachvollziehen, dass du dich dreckig fühlst. Das viele Pärchen solche Probleme haben, wird dir nicht helfen, aber diese Verzweiflung, die du beschreibst, scheint doch einen Anteil am routinierten Frust zu liegen. Du fühlst dich nicht geschätzt, nicht in deinem Mutterdasein und nicht in deiner Arbeit als Hausfrau. Er stellt Anforderungen, ob sie aus seiner Sicht berechtigt sind oder nicht, die nicht erfüllbar sind. Genau das ist auch das Problem mit Anforderungen: Nicht alles läuft so wie man es gerne hätte. Redet man darüber, versucht sich auf einen Lösungsweg zu einigen oder steigt man erbost wie ein trotziges Kind aus dem fahrenden Wagen, weil man seinen Willen nicht durchsetzen konnte? Gestern war es letzteres. Es muss und wird jedoch nicht ständig letzteres sein. Ihr Beides scheint starrköpfig zu sein (das ist keine Beleidigung), versucht also eure Probleme nicht in einem hitzigen Gespräch zu bereden - sowas endet leider meist in Vorwürfen, Missverständnissen und Tränen. Momentan kannst du nichts machen als dich selbst zu schätzen. Es macht das nicht unvergessen, ohnehin nicht, doch erträglicher. Du weißt, was du für eine tolle Arbeit vollbringst und du siehst es an einem wunderschönen Lächeln und leuchtenden Kinderaugen. =)
    Ob man mit einer Ausbildung im ersten Lehrjahr den "Macker heraushängen" lassen kann, sei mal dahin gestellt, die ersten Monate heißen in so einem Betrieb anpassen, gut dastehen wollen, nicht gewohntes verrichten - unter Umständen fühlst es sich ein wenig überrollt und wusste nicht mit Forderungen der Arbeit und Wunschvorstellungen zu Hause umzugehen?

    (Ist prinzipiell irrelevant: Wenn ich ganz ehrlich sein darf, verstehe ich eine kleinliche Zeitvorgabe beim Abholen eines Kindes nicht so ganz? Da kann es doch sowieso immer sein, dass sie noch spielen möchte oder noch ein Umweg gefahren werden muss. Natürlich sind Uhrzeigen wichtig, aber gab es denn einen Grund, warum ausgerechnet 18.30 Uhr?)

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  2. Der Satz "Nee, ich habe nicht gestritten. Wäre ja gar nicht dazu gekommen, wenn du mir zugestanden hättest, pünktlich wieder zu fahren.", klingt für mich genau so engstirnig wie du es interpretiert hast, aber auch irgendwie missverständlich.
    Was wäre denn passiert, wenn du ihm 18.30 Uhr zugesichert hättest und ihr 19.00 Uhr erst los gekommen wäret? Mir kommt die Forderungen und diese übertriebene Reaktion darauf seltsam vor, wenn ich das gestehen darf. Wäre es möglich, dass er eigentlich möchte, dass du etwas vom Thema Unabhängiges eingestehst, er dies nur so unterdrückt, dass er es auf "Kleinigkeiten" überträgt? (Tut mir leid wegen der Frage. Zu viele Therapiestunden im Leben. XD)

    Was ich mit dem ganzen Kommentar-Wirrwarr sagen wollte: Du hast jedes Recht dazu, selbstbewusst zu sein und stolz darauf zu sein, was du leistest. Wenn er dies genau so wäre, würde er nicht so reagieren und dich unentwegt verletzen - was immer schlecht für eine Beziehung, aber eben auch für eure Kleine ist. Versuche nicht aggressiv auf seine Nörgeleien ein zu gehen. Das fällt wahnsinnig schwer, vor Allem wenn man wütend und frustriert ist, doch versuche zu hinterfragen: "Was möchtest du mit deiner Aussage bezwecken?", "Was stellst du dir vor, wie wir uns einigen können ohne das dabei einer den Kürzeren ziehen muss?", "Können wir uns auf einen Kompromiss einigen?"
    Gehe nicht auf persönliche Angriffe ein, wenn sie schmerzvoll formuliert, im Ton vergriffen oder in einem "hitzigen" Moment stattgefunden haben. Natürlich kann ich dir auch nur raten, so gut es geht selbst einen kühlen Kopf zu bewahren. Du bist nicht sein Dienstmädchen und auch ein Lehrvertrag ändert daran nichts. Keiner kann dich abstempeln und degradieren - du gabst ihn nicht nur das Geschenk der Liebe, sondern heißt das wichtigste Menschlein eures Lebens monatelang in deinem Körper getragen. Das ist würdigenswert. Und du findest mit jeglicher Sicherheit etwas, was du an ihm genau so sehr schätzt. =) Es war mehr als unfair, doch hoffe ich, dass es irgendwo seine Gründe gehabt hat - seine Worte, sein Verhalten.

    Bitte bleibe stark.
    (Ja, ich höre jetzt auf. XD)

    Liebe Grüße
    Emaschi

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  3. Fühl dich mal gedrückt. Liest sich echt traurig. Du machst einen super Job, viele Frauen in Deiner Situation wären sicherlich überfordert mit einem Kind und Haushalt. Zudem macht es Dir Dein Freund zusätzlich nicht gerade einfacher... lass Dir nichts einreden, Du hast auch Anerkennung verdient und leistest ordentlich was!!! Bleib stark! *drück*

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  4. ich kann dich gut verstehen, ich bin auch bockig (nicht böse gemeint), wenn es nicht nach meinem plan geht. liegt daran, dass ich 6/7 tagen alles manage, entsprechend bei der kindererziehung und alltagsplanung "die hosen anhabe". aaaaaber: freiräume sind gaaaanz wichtig. für beide! dein freund muss sich auch an seine (neue) situation gewöhnen, er geht jeden tag zur arbeit und möchte etwas von seiner freizeit haben. biete ihm doch an, beim nächsten mal zu hause zu bleiben oder etwas für sich zu tun. das vermeidet frust. gleichermaßen muss er aber auch dir einen freiraum schaffen (ihr könntet eich bei sowas abwechseln, damit jeder mal ne stunde zeit für sich hat). wenn ihr beide auch freiräume habt, seid ihr beide zufriedener. nicht alles muss gemeinsam gemacht werden. wenn er auch mal eine stunde ie kleine hat (oder auch mal länger), weiß er, was alles dahinter steckt, was alles getan werden muss und wie anstrengend das sein kann. lass ihn rugig auch mal die wäsche machen! das schafft anerkennung! wenn du immer alles machst, wird das leicht zur routine und selbstverständlich. klar, dass er es erst richtig zu schätzen lernt, wenn ihm bewusst wird, was du alles machst. hab das auch alles durch. irgendwann wirds besser (dafür haste dann andere probleme, aber das soll jetzt mal unkommentiert bleiben).
    bleib stark und konzentriere dich auf dich und die kleine. der rest ergibt sich, wenn ihr euch beide zugeständnisse macht. männer sind leicht überfordert, das wird im alter auch nicht besser ;-)
    ganz liebe grüße,
    crossi

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