Dienstag, 6. Mai 2014

Meine Erfahrung mit Religion...

Hallo meine Lieben ;)

Ich habe vor zwei Tagen bei der lieben Lexa auf dem Blog einen Post zum Thema Religion gelesen. Auf mehrfachen Wunsch hin kommt jetzt also mein Beitrag zum Thema, denn mit Religion, Konfessionen und Co habe ich tatsächlich einige Erfahrungen machen dürfen.
Ich war von der Vorschule bis zur 10.Klasse Schülerin einer evangelischen Privatschule.
Da bin ich zur Schule gegangen. Das Logo ist heute ein anderes, aber ansonsten hat sich da (soweit ich mitbekommen habe) ansonsten nicht viel verändert...leider...
Vorweg muss ich sagen, im Vergleich zu vielen öffentlichen Schulen mag sie besser erscheinen (das Gebäude ist sauber und gut gepflegt, die Technik, die zur Verfügung steht, ist besser, als man es an öffentlichen Schulen kennt, auch die Höfe sind sauber und es fällt verhältnismäßig wenig Unterricht aus. Es gibt Schulbusse und Pausenaufsichten, Arbeitsgemeinschaften und noch einiges mehr...aber für über 200€ pro Monat kann man das -denke ich- auch erwarten).

Der Tag beginnt mit einer Andacht (was ich, gerade vor wichtigen Klassenarbeiten, als sehr lästig und zeitraubend empfunden habe). Diese Andachten sind natürlich immer entsprechend biblisch angehaucht und nicht wenige Lehrer haben regelmäßig aus der Bibel vorgelesen.
Religionsunterricht nennt sich dort "Biblischer Unterricht"? Was das bedeutet? Nun, alles, was man durchnimmt (sei es Hinduismus, Buddhismus, Islam,...Sekten und Co), wird aus dem Blickwinkel der Bibel betrachtet, was leider nicht sehr objektiv ist.
So habe ich gelernt, dass Hinduismus okkulte Züge hat, sowie auch der Buddhismus, dass Dinge, wie Yoga, Licht-und Farbtherapien schlechte, ja fast schon böse, teuflische Dinge sind (weil, was man nicht versteht, ist sowieso schonmal okkult...und ja, dieses Wort ist oft gefallen^^).
Ich habe meinen Lehrer irgendwann mal echt aus dem Konzept gebracht, weil ich ihn etwas gefragt hatte *gg*
Ich: "Also okkult heißt übersetzt "dunkel/verborgen"? Kann ich nicht sehen, nicht anfassen, nicht riechen, hören, schmecken oder dergleichen?"
Lehrer: "Ja, genau."
Ich: "Also...wenn ich Gott nicht sehen kann, nicht hören, riechen, anfassen oder so...ist Gott dann okkult?"

Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie das Gesicht meines Lehrers aussah, aber ich habe bestimmt 10 verschiedene Rottöne gezählt. Für die Bemerkung durfte ich mich beim Schulleiter melden und hätte fast nen Klassenbucheintrag kassiert. Aber ich schwöre, der Blick war den Ärger wert!
Mich hat es einfach wahnsinnig genervt, dass sie immer alles verteufelt haben, was sie nicht verstehen konnten.
Iron Maiden war für die ne Gruppe von Satansanbetern, Harry Potter die Einführung in den Okkultismus (genauso wie die Zauberponys früher) und Pokemon gewaltverherrlichend. Der Klasse meines Bruders hatte man verboten, im Unterricht "Herr der Ringe" zu lesen, mit der Begründung...
na? Ja...genau: "Das ist okkult."
In meinem Biobuch waren Seiten zusammengeklebt...die mit den Bildern zur Sexualaufklärung :D Und zwei Jahre, nachdem ich abgegangen war, hat man Kleidervorschriften eingeführt. Keine Bauchfreie Kleidung, keine Spaghettiträger, keine Röcke und Kleider kürzer als Knielänge und keine sichtbare Unterwäsche (also keine BH-Träger, die man sehen kann und sei es nur auf der Schulter und wehe, wenn der bunte BH durch ein weißes T-Shirt scheint und keine Unterhosen, die aus der Jeans schauen). Und keine tiefen Ausschnitte und sei der Sommer noch so heiß. Keine Hotpants.
Weil man ist da verklemmt xD
Und ich muss sagen, es gab viele Dinge, die ich erst kennen gelernt habe, als ich auf einer öffentlichen Schule war. Punks, Gothics, andere Religionen, das gab es ja bei uns nicht. Wir waren ja eine evangelische Schule bzw. eine evangelikale Schule. Wo der Unterschied ist? Sagen wir es ganz einfach so: Man ist dort Bibeltreu und glaubt, wir stammen alle von Adam und Eva ab und sind Brüder und Schwestern.
Auch die Vertreter des Kreationismus (die Leugner der Evolution) sind dort besonders häufig anzutreffen. Mir hat man beigebracht, die Evolutiuonstheorie sei nicht mehr als eine Theorie und wenn man sich die Bibel anschaut, kenne man ja die Wahrheit. Die Knochen hat der Teufel vergraben, um den Glauben der Menschen zu prüfen :D
Ihr seht schon, da laufen viele so Verrücktheiten. Man hat ja auch keinen Sex vor der Ehe und Scheidung ist etwas, was Gott nicht billigt.
Selbstverständlich darf man sich dort auch nicht als Homosexuell outen, denn das ist unnatürlich. Gott hat Mann und Frau füreinander geschaffen (seid fruchtbar und mehret euch).
Ich hatte da so ein Erlebnis auf Klassenfahrt. Ein Mädchen hatte mich gefragt, warum ich sie immer anschaue (warscheinlich kannte sie das nicht, dass man denjenigen anschaut, mit dem man spricht). Da hab ich einfach rausgehauen: "Ich find dich so hübsch."
Sie war völlig entsetzt und hat überall erzählt, ich sei lesbisch. Bis mich dann einer aus meiner Klasse gefragt hatte, ob das stimmt. Dem hab ich dann gesagt, dass sie einfach nur nicht fähig ist, einen Witz zu kapieren^^ Aber lustig war es irgendwie. Sie hat mich echt gemieden, weil sie dachte, ich steh auf sie. Dabei war sie ne mega eingebildete Zicke und ich konnte sie nie leiden!
Auch Mobbing gab es bei uns an der Schule...I should know...denn ich war das Lieblingsopfer meiner Klasse...aber das ist ne andere Story und heute würde ich damit auch anders umgehen.
Naja...so viel also zu meiner Schulzeit. Hätte besser sein können, aber hey...das ist Vergangenheit ;)

Ich bin dann jetzt mal weg, ne Runde okkulte Bücher lesen ;)

Bis dann ihr Lieben :)

Eure Jessy

Kommentare:

  1. Total interessant das zu lesen, hört sich (ehrlicherweise) an wie ne Sekte. Prinzipiell bin ich Katholik, sehe mich aber als Atheist an. Und ich muss sagen, mir geht dieses ganze Religionen-Gerede tierisch auf den Zeiger. Ich finde, gäbe es keine Religionen, wäre alles ein stückweit besser, denn ständig feinden sich irgendwelche Leute an, die einen anderen Glauben haben. Ob Christ, Moslem, Jude oder einfach nur blöde Kuh.. Ist mir doch völlig egal. Mich nerven irgendwie alle, die nicht damit klarkommen, dass es auch Menschen gibt, die einfach nichts mit irgendwelchen Verschwörungstheorien am Hut haben wollen. Ich glaube erstmal an nichts, was ich nicht auch mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Gott gehört nicht dazu. Und sollte ich später doch in der Hölle schmoren, na ja, dann ist das halt so :D Dir noch viel Spaß beim okkulte Bücher lesen ;)

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  2. Oha, krass wie extrem das an deiner Schule zugegangen sein muss. Gut, dass ich nur in einem evangelischen Kindergarten war und dann in städtischen Schulen. Obwohl bei uns am Gymnasium auch so eine Kleiderordnung eingeführt wurde, also hat das nicht unbedingt was mit der Religion zu tun.

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  3. Danke, dass du uns das mal aufgeschrieben hast.
    Kann ich mir gar nicht vorstellen. Das es so etwas in Deutschland wirklich gibt. Ich dachte bis jetzt immer, dass es die extreme wie mit der Evolutionstheorie nur in den USA gäbe. Aber nie hier in Deutschland. So kann man sich irren. Traurig. Echt traurig. Vorallem weil Kindern da ja keine Wahl gelassen wird.
    Wie gesagt, ich finde es schön wenn da jemand von sich aus dran glaubt weil er aus seinem Glauben Kraft schöpft. Aber Kindern nicht mal die Wahl zu lassen zu erfahren was sie glauben wollen finde ich schrecklich.

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  4. Finger heb, Finger heb! Ich bin auf einer katholischen Schule in privater Trägerschaft (Vom Bistum finanziert) und bei manchen Sachen musste ich lächeln, weil ich das so wieder erkenne :D Im Sommer stehen Lehrer mit XXL Pullovern mit Schullogo vor den Türen und kontrollieren, dass alle "angemessen" gekleidet sind :D Der Rest läuft oft unterschwellig (Homosexualität hat unser Relilehrer letztens als genetischen Defekt bezeichnet, zum Beispiel), in Religion lernen wir über andere Religionen und sind tolerant ihnen gegenüber, auch wenn sie natürlich eben das falsche glauben (schade, dass sie dann nicht in den Himmel kommen).

    Es ist gut, wenn man irgendwann reflektiert genug ist, das ganze mit Humor zu nehmen und sich davon zu distanzieren.

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  5. Ich war auch an ner "kirchlichen" Schule. Ein Franziskaner Gymnasium. Eine katholische Schule. Hier bei uns sind die meisten ja Katholiken. Obwohl weder ich noch meine Eltern gläubig sind.
    Dort war es aber ganz normal, außer dass die Pater die Religionsleher waren. Und wir Morgens beten mussten. Wobei ich dass nur noch ganz schleierhaft in Erinnerung habe. Wie streng das praktiziert wurde, weiß ich nicht mal mehr ;)
    Aber das was du da erlebt hattest ist ja furchtbar. Da würde ich durchdrehen.

    Und zu deinem Kommentar: Da bist du so wie es bei dir voran geht auch bald und holst mich ein :D

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