Mittwoch, 26. Juni 2013

Real Beauty und ein paar Gedanken zum Thema Aussenwirkung

Hallo meine Lieben.

Jetzt denke ich schon ein paar Tage darüber nach, mich auch zum heiß diskutierten Thema zu äussern und hab mir ein paar Notizen dazu gemacht. angefangen hat es mit folgendem Video:

Ich denke, inzwischen haben es warscheinlich schon alle von euch gesehen und sich selbst ein Bild gemacht.
Ich habe jetzt bereits einige Beiträge zum Thema gelesen und muss sagen, ich bin entsetzt, wie oberflächlich es hier bei Blogger manchmal zugeht.
Da wird sich darüber beschwert, dass Menschen Kleidung tragen, die nicht vorteilhaft ist, wie ekelig Hornhaut ist, dass so manches Make-up scheiße aussieht und dass man sich ja bitteschön der Umwelt anzupassen hat, damit diese sich von einem eventuell unpassenden Erscheinungsbild nicht gestört fühlt.
Da muss man lesen, dass es Menschen gibt, die ungestyled nicht mal den Müll raustragen, könnte ja jemand schlecht von ihnen denken...
Besonders zu letzterem muss ich mal was sagen. Wer mich beim Müll raustragen sieht, könnte den Eindruck gewinnen, mein Äusseres sei mir gänzlich egal.
Gestern hab ich in T-Shirt und Krümelmonsterschlafanzughose mit ungewaschenen, ungekämmten Haaren, die ich nur schnell mit einer Spange hochgesteckt hatte, die Mülltonne reingeholt - ungeschminkt versteht sich.
So...und jetzt kommen wir dazu, warum das so war. Mein Kind hat den ganzen Morgen gebrüllt. Nein, nicht geweint, nicht geschrien...gebrüllt! Ich bin zu nichts gekommen. Nicht zum Essen, nicht zum Aufräumen und auch nicht zum duschen. Als sie dann endlich damit aufgehört hatte, hab ich mir schnell Schuhe übergestreift, bin die Treppe runter und hab schnell mal eben die Tonne reingeholt.
Wer mich dabei gesehen hat, weiß nicht, wie viele Schuhe ich besitze, dass ich lange, glänzende Haare habe, einen Schrank voll dekorativer Kosmetik mein eigen nenne und Schmuck sehr liebe. Auch weiß derjenige nichts davon, dass ich mir sehr wohl viele Gedanken um mein Äusseres mache (mehr als gesund wäre) und mir gern die Nägel lackieren würde, aber nie dazu komme, weil meine Kleine immer dann schreit, wenn ich gerade fertig bin und die Nägel noch feucht sind.
Wer mich beim Einkaufen sieht, denkt vielleicht, dass man nicht in Jogginghosen vor die Tür gehen sollte und erst recht nicht mit nem eng sitzenden T-Shirt, wo man sieht, dass der Babybauch noch nicht ganz verschwunden ist. Warum man mich trotzdem manchmal so sieht?
Nun, dadurch, dass der Babybauch noch nicht ganz weg ist und ich dank Thrombose noch immer einen geschwollenen Unterschenkel habe und einen hüftlangen Strumpf trage, kommen an heißen Tagen für mich weder kurze Hosen, noch Röcke oder Kleider in Frage und Jeans sind schlicht zu warm. Was bleibt, sind Jogginghosen...nicht zu warm und bequem.
Und ich sehe es auch gar nicht ein, mir neue Klamotten zu kaufen, die dann Ende des Jahres hoffentlich zu groß sind, nur, weil mein Erscheinungsbild anderen nicht in den Kram passen könnte.
Manchmal ziehe ich mir bloß schnell was über und sehe zu, dass ich mein schreiendes Kind in den Kinderwagen bekomme und raus, nur, damit wenigstens das Geschrei ein Ende hat. Da ist mir -gelinde gesagt- scheißegal, wie ich aussehe.
Und ganz ehrlich...wer mich aufgrund solcher Äusserlichkeiten verurteilt und auf mich herabsieht, weil ich nicht ins Bild passe, mit dem will ich auch gar nichts zu tun haben. Ich mag oberflächliche Menschen nämlich nicht.
Und ich habe in meinem Leben genug Zeit damit vergeudet, dazu gehören zu wollen oder ins Bild zu passen. Ich habe versucht, es anderen Recht zu machen, es anderen "leicht" zu machen. Immer darauf bedacht, dass richtige zu tragen, zu tun, was andere tun, nicht auffallen und bloß nie die Meinung sagen. Wisst ihr, wozu das geführt hat? Ich hab mich selbst gehasst. Hab mir die Arme aufgeschnitten, hab gehungert und gefressen und eigentlich wollte ich einfach nur immer dazu gehören und reinpassen.
Heute habe ich das -zum Glück- nicht mehr nötig.Heute bin ich einfach ich. Und auch, wenn ich nicht die perfekte Figur habe, keine makellos reine Haut, nicht die angesagtesten, neuesten Klamotten und nicht immer wie aus dem Ei gepellt aussehe, bin ich doch stolz auf mich. Mein Leben war nicht immer einfach und trotzdem bin ich hier. Ich habe meine eigene, kleine Familie. Meinen Freund, mit dem ich so viel durchgestanden habe und meine kleine Tochter, die ich über alles liebe. Dieser Körper hat einem Menschen das Leben geschenkt. Mein Körper hat ein Wunder vollbracht, da darf er ruhig ein bisschen weniger perfekt aussehen.
Ich finde, wir alle sollten ein bisschen weniger Wert auf Äusserlichkeiten legen und dafür lieber darauf achten, uns selbst zu lieben und wohlwollend mit unserer Umwelt umzugehen (oh ja...da hab ich selbst auch noch viel zu tun - nobody's perfect - und ich schon gar nicht ^.-).
So...ich denke, der Post ist jetzt lang genug und ich muss hier noch ein bisschen was tun, so lange der Terrorzwerg noch schläft. Und vielleicht trag ich gleich noch den Müll runter...ungeschminkt, ungekämmt und in Pyjamahose :D

Bis dann meine Lieben.
Eure Jessy

1 Kommentar:

  1. Ich habe dir eine Mail geschrieben, weil du anscheinend einiges falsch verstanden hast und ich das sehr schade finde.

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